(0 30) 68 08 56 89-0 kontakt@ems-neukoelln.de

Werteerziehung / Soziales Lernen

Einleitender Text…

Soziales Lernen “zielt auf den Erwerb von Fähigkeiten, die den Kindern – und später den Erwachsenen – erlauben, in der sozialen Umwelt kompetent zu leben und sie kritisch mitzugestalten.” (Knoll-Jokisch 1981)

Schule ist mehr als ein Lernort, in dem Wissensvermittlung stattfindet. Sie ist auch ein Lebensort. Das gilt in besonderem Maße für eine gebundene Ganztagsschule. Bei uns wird das Zusammenleben als Miteinander gestaltet und geübt. Hier findet die interkulturelle Begegnung statt, es wird das Fundament für gesellschaftliches Miteinander gelegt. Dazu gehören:

  • Verständnis von Verschiedenartigkeit
  • Gegenseitige Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen
  • Respekt und Höflichkeit gegenüber den Mitmenschen
  • Achtung der Persönlichkeitsrechte aller Mitglieder der Schulgemeinschaft
  • Interesse an der und Eintreten für die Gemeinschaft
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit

Da wir eine heterogene und vielfältige Schulgemeinschaft sind, haben wir uns das Ziel des “Sozialen Lernens in jeder Klasse” gesetzt. Im Schuljahr 2014/15 entwickelten wir Bausteine für “Soziales Lernen”, die evaluiert und danach dauerhaft eingeführt werden sollen.

Baustein “Soziales Lernen als Unterrichtsfach”

Dafür entwickeln wir ein schulinternes Curriculum mit den Zielen:

  • Ich-Stärkung (“ich mit mir”), d.h. das Erkennen eigener Stärken und Schwächen mit dem Ziel der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Umgang miteinander (“ich und du”), d.h. das Einüben rücksichtsvollen und hilfsbereiten Umgangs mit dem Mitmenschen.
  • Öffnung auf die Gesellschaft (“wir und andere”), d.h. das Erkennen und Wahrnehmen gesellschaftlicher Mitverantwortung auf schul-, kommunal- und gesamtpolitischer Ebene.

Baustein “Verantwortung übernehmen”

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen lernen, für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen und Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Das heißt

  • sich an unsere verbindlichen Schulregeln zu halten,
  • miteinander respektvoll umzugehen,
  • die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen, anzuerkennen und zu achten,
  • Konsequenzen für das eigene Handeln zu ertragen,
  • umsetzbare Konfliktlösungen zu finden,
  • miteinander zu kommunizieren.

Unsere Maßnahmen:

  • Ab Jahrgangsstufe 3 werden jedes Jahr Klassensprecher gewählt.
  • Die Schülervertretung tagt regelmäßig mit zwei Lehrkräften.
  • In den Jahrgangsstufen 5 und 6 findet regelmäßig der Klassenrat statt.

Baustein “Streitschlichter”

Wir wollen konstruktive Wege beim Umgang mit Streit an unserer Schule anbieten. Deshalb haben wir seit 2007 das Konzept der Streitschlichtung etabliert. Jedes Jahr bilden wir Kinder zu Streitschlichtern aus. Diese übernehmen eine wichtige Funktion für die Schule. Sie werden die gesamte Zeit über von Fachkräften begleitet und unterstützt.

Eine Streitschlichtung wird von Schülerinnen und Schülern aus den 6. Jahrgangsstufen moderiert, die in einer besonderen Ausbildung während der 5. Jahrgangsstufe gelernt haben, wie sie als unparteiischer Vermittler zwischen Mitschülerinnen und Mitschülern Streit schlichten. Sie unterstützen die Beteiligten darin, selber eine zufriedenstellende Lösung zu finden, bei der es keine Gewinner und Verlierer gibt. Die Streitschlichter erhalten begleitend zu ihrer Tätigkeit regelmäßig Supervision.

Baustein “Verlässlichkeit und zugewandte Konsequenz”

Leben und Lernen in der Grundschule findet im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes und der Notwendigkeit statt, sich in die Schulgemeinschaft einzupassen. Der Umgang miteinander braucht einsichtige Regeln und Absprachen, die wir gemeinsam mit den Kindern verabreden und täglich leben. In diesem Rahmen erleben Kinder Geborgenheit, Orientierung und Verlässlichkeit, aber auch Konsequenzen, wenn es zu Regelverstößen kommt.

Im Schuljahr 2014/15 haben wir einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der allen Beteiligten Orientierung gibt. Darüber hinaus eröffnen wir durch eine jährlich durchzuführende “Verhaltensolympiade” den Schülerinnen und Schülern Handlungsspielräume und Übungsmöglichkeiten, soziale Lernziele in der Praxis umzusetzen und zu automatisieren.

Baustein “Klassenregel-Leporello”

Ab dem Schuljahr 2015/16 wird in den ersten beiden Schulwochen im Rahmen des Sozialen Lernens in allen Klassen das Projekt “Klassenregel-Leporello” durchgeführt. Jede Klasse überlegt sich ihre Klassenregeln und stellt diese bildnerisch dar. Regeln und Bilder werden bei der erweiterten Schulleitung eingereicht. Diese findet im Konsens bis zu 10 Regeln, die in allen Klassen geltend gemacht wurden, und wählt ein passendes Bild zu jeder Regel aus. Die in einer Schulveranstaltung prämierten Bilder werden zu einem Leporello für jedes Kind gestaltet und über das ganze Schuljahr im Federmäppchen aufbewahrt. Die Siegerbilder werden im Schulgebäude ausgehängt.

Baustein “Theaterpädagogik”

An unserer Schule wird jährlich ein theaterpädagogisches Projekt für Mädchen und Jungen getrennt durchgeführt. Die Auseinandersetzung mit dem Theater hilft den Kindern dabei, sich intensiv mit der eigenen Person zu beschäftigen, urteilsfähig zu sein und Wirklichkeit mit eigener Kreativität auch zu verändern. Sie lernen die Umwelt besser wahrzunehmen, zu beurteilen und zu erhalten. Sie werden in eigenverantwortlichem Handeln gefördert und erlernen soziale und kommunikative Kompetenzen.

Zusammenfassung unserer Vorhaben zum sozialen Lernen
Anstöße zum “Sozialen Lernen” in der Schule bieten wir auf allen Ebenen, in allen Jahrgangsstufen, im Unterricht sowie neben und außerhalb des Unterrichts. Neben den vielen informellen Gelegenheiten zum sozialen Lernen haben wir formelle Situationen entwickelt, die als verlässliche Bausteine in unserer Schule eingeführt worden sind.

  • Jede Klasse hat eine Stunde “Soziales Lernen” im Wochenstundenplan verankert. Dafür haben wir ein schulinternes Curriculum entwickelt, das in den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 in die Erprobung geht.
  • Gemeinsam mit dem Konflikthaus entwickeln wir einen auf unsere Hausordnung abgestimmten Maßnahmenkatalog, um ein gemeinsames Handeln aller an der Schule tätigen Pädagoginnen und Pädagogen zu ermöglichen.
  • Im Schuljahr 2014/15 haben wir zum ersten Mal eine Verhaltensolympiade durchgeführt, die von uns in Zusammenarbeit mit dem Konflikthaus evaluiert wird. Bei entsprechendem Erfolg wollen wir dieses Element verstetigen.
  • Für Kinder, die während des Unterrichts nicht mehr in der Lage sind, sich konzentriert und aktiv am Geschehen zu beteiligen, die dies durch unangemessenes Verhalten auch zum Ausdruck bringen, besteht die Möglichkeit einer “Auszeit” in der Schülerinsel. Dieses pädagogische Element geht im Schuljahr 2015/16 in die Erprobung.

Diese WebSite befindet sich derzeit im Auf- bzw. Umbau. Die ggf. bereits online abrufbaren Inhalte sind noch im Entwurfsstatus und erheben keinen Anspruch auf Korrektheit bzw. Vollständigkeit. (Weitere) Inhalte werden ggf. in Kürze eingefügt. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Mehr Informationen

Das ist ein kleines Infofenster für weiterführende Details.